Module

Die Module 1 bis 5 finden im Herbstsemester statt und  dienen der Wissensvermittlung zur Digitalisierung des Bauwesens.
Die Module 6 bis 10 finden im Frühlingssemester statt und erläutern das methodische Vorgehen, um die Handlungskompetenz der Teilnehmenden in Büro und Projekt zu stärken.

Modul 1: Grundlagen der Digitalisierung
Modul 2: Automatisierung
Modul 3: Vernetzung
Modul 4: Showcase digital gestütztes Planen
Modul 5: Wertschöpfung
Studienreise Norwegen
Modul 6: Rollen und Verantwortungen
Modul 7: Bestellung und Prozessorganisation
Modul 8: Entwicklung Digitalisierungsstrategie
Modul 9: Implementierung einer Strategie
Modul 10: Ausblick
Fakultive Kurse in Zusammenarbeit mit SIA Form

Referierende
Für das Programm 2017-2018 werden mehrere externde Referierende ihre Standpunkte erläutern. Hier ein Auszug aus der Referentenliste:
Dr. Lisa Koller (RESO Partners), Marc Heinz (vrame), Alar Jost (Implenia), Marco Waldhauser (Waldhauser+Hermann), Dr. Pieter Pauwels
(Ghent University), Lukas Spengeler (SBB), Anna Wimmer (KBOB), Andres Damjanov (Newforma), Dr. Claus Nesensohn (refine projects AG), Andy Hängärtner (Computerworks), Peter Scherer (netzwerk_digital), Thomas Wehrle (ERNE AG Holzbau), Arnold Walz (designtoproduction), Michael Drobnik (Herzog & de Meuron).

Modul 1: Grundlagen der Digitalisierung
Atome und Bits, Transparenz und Manipulation
Ziel: Modul 1 vermittelt zunächst unabhängig vom Bauwesen die Eigenschaften der Digitalisierung durch seine Prinzipien und Regeln, damit die Teilnehmenden selbständig die durch sie verursachten kurz- und langfristigen Veränderungen erkennen können.

Die Prinzipien der digitalisierten Wirtschaft und Gesellschaft werden anhand von Erfahrungen aus bereits veränderten Bereichen wie der Hotel- oder Musikbranche aufgezeigt. Der Wechsel von material-basierter Zusammenarbeit hin zur datengestützter Vernetzung konkurrenziert etablierte Methoden und Strukturen. Selbst Schwächen der Gesetzgebung werden sichtbar wie beispielsweise die Unsicherheit bei Haftungsfragen selbstfahrender Roboter. Auf diesem Fundament werden Parallelen zum Bauwesen entwickelt, um Auswirkungen hinsichtlich Transparenz, Beschleunigung von Geschäftsprozessen und Fragen von Eigentum und Haftung zu erkennen.

Modul 2: Automatisierung
Substitution oder Disruption, Organisation und Lean Management
Ziel: Modul 2 zeigt die Ursprünge und Anwendungsbreite der Automatisierung und ihrer Anforderung, damit die Teilnehmenden die Potenziale jener Bereiche einer Wertschöpfungskette erkennen, in welchen Software und Maschinen spezifische Arbeitsschritte übernehmen.

Seit der ersten Industrialisierung verändert die Automatisierung von repetitiven Abläufen die Prozesse und Kompetenzen des produzierenden Gewerbes. Sie zeigt sich dem Bauwesen sowohl als Chance als auch als Gefahr, da Software zunehmend auf die individualisierten Aspekte der Planung, Erstellung und Nutzung von Gebäuden reagiert.

Eine Einführung in die Scriptingsprache Python führt in ein Daten-Denken ein.

Modul 3: Vernetzung
Vernetzte Daten, Semantik und Dateiformate
Ziel: Modul 3 vermittelt die datentechnischen Grundlagen einer digital vernetzten Zusammenarbeit, damit die Teilnehmenden Prinzipien der Datenarchitektur, sowie Vorgaben zu  Dateiformaten, Attributen, Servern und cloud-basierten Systemen verstehen und bewerten können.

Die Art und Weise wie Daten in einer digitalisierten Branche strukturiert sind, hat starke Auswirkung auf die Beteiligten und ihre Aktivitäten. Gut strukturierte Daten lassen sich leichter von Software interpretieren, was zu kürzeren Zyklen von Informationsaustausch und -analyse führt. Schlecht strukturierte Daten und Schnittstellen bewirken langfristig Datenverluste und aufwendige Umorganisationen. Abschliessend werden bekannte Dateiformate wie IFC, BCF und CObie erläutert und positioniert.

Modul 4: Showcase digital gestütztes Planen 
BIM und VDCO, Anwendungsfelder und Software
Ziel: Modul 4 veranschaulicht anhand konkreter Beispiele die Grundlagen und die Vielfältigkeit des Building Information Modellings (BIM), damit die Teilnehmenden Begriffe, Anwendungen und Mechanismen zuordnen können.

Als Teil der Digitalisierung ist BIM ein Schlagwort in der Digitalisierung des Bauwesens. Im Programm werden die Anforderungen und Möglichkeiten dieser Arbeitsmethode aufgezeigt, die auf vernetzten Daten und strukturierteren Prozessen basiert. Konkrete Anwendungen jenseits von Kollisionsprüfung und Raumbuchverwaltungen zeigen den Stand der Praxis.

Zum Abschluss werden Methoden zur Erstellung einer wissenschaftlich argumentierten These vorgestellt, die  zum Leistungsnachweis des Programms benötigt wird.

Modul 5: Wertschöpfung
Geschäftsmodelle, Leistungen und Business Intelligence
Ziel: Modul 5 erarbeitet anhand von Beispielen die wertschöpfenden Aktivitäten im Lebenszyklus eines Bauwerks, damit die Teilnehmenden die Auswirkungen der Digitalisierung erkennen und benennen können. Zudem präsentieren die Teilnehmenden in Modul 5 ihre eigenen Thesen.

Durch die Digitalisierung werden wertschöpfende Grundlagen hinterfragt. Der Stand der Dinge wird mit dem Potential der Digitalisierung verglichen und erste Gewinner und Verlierer detektiert. Ein provozierender Betrachtungsgegenstand ist zum Beispiel die robotergestützte Fertigung. Neue Geschäftsfelder entstehen zudem durch Business Intelligence, die Projektverantwortliche in ihrer Entscheidungsfindung unterstützt.

Zum Semesterabschluss präsentieren die Teilnehmenden den Stand  ihrer eigenen Thesis zur Digitalisierung und stellen sie zur Diskussion.

Studienreise
Erfahrungsaustausch, Workshop, Trends und Best Practice
Ziel: Die Studienreise gibt Einblick in vielfältige Erfahrungen des BIM Pioniers Norwegen, damit die Teilnehmenden selbstständig ihr eigenes Handeln reflektieren und künftige Entwicklung einordnen können.

Norwegens Antworten auf die Digitalisierung des Bauwesens stellen eine weltweite Referenz für digitales Planen dar.

Die Studienreise findet im Februar 2017 statt dauert drei Tage und ist verbindlich. Die Reisekosten sind nicht in der Teilnahmegebühr enthalten.

Modul 6: Rollen und Verantwortungen
Aktivitäten, Haftung, Abhängigkeiten von BIM-Manager und Co.
Ziel: Modul 6 beschreibt die einzelnen Rollen der Akteure innerhalb der digital gestützten Planung, Vergabe, Erstellung und Nutzung von Bauwerken, damit die Teilnehmenden ihre Verantwortung ein einem konkreten Projektkontext einordnen können.

Die Umsetzung digital gestützter Prozesse erfordert ein Umdenken in Bezug auf die Rollen und Verantwortungen in der Wertschöpfungskette des Bauwesens. Insbesondere sind die jeweilige Position und die zu erwarteten Aktivitäten zu berücksichtigen. Die aktuell wahrgenommene Vielfalt von neuen Rollenbildern wie beispielsweise der BIM-Koordination wird in diesem Modul mit den jeweiligen Aktivitäten und Verantwortungen aus Sicht von idealisierten und realen Projekten erläutert. Es werden zudem aktuelle Fragen betreffend Honorierung und juristischer Haftung behandelt.

Modul 7: Bestellung und Prozessorganisation
Last-Planner, Quality Gates, LoD und BIM-Projektabwicklungsplan
Ziel: In Modul 7 werden die Elemente der Organisation einer digital gestützten Projektbearbeitung benannt. Die Teilnehmenden lernen anhand einer Fallstudie einen konkreten BIM-Projektabwicklungsplan kompetent zu erstellen.

Die frühe Festlegung von Projektzielen, Leistungen und Aktivitäten dient dem Projekterfolg, weil die Organisation transparent definiert und vermittelt wird. Aktuell hilft ein sogenannter BIM-Projektabwicklungsplan Projektziele, Organisation und Details der zu verwendenden Attribute, Semantik, LOD und LOI zu definieren. Die Grundlage hierfür kann sowohl der bekannte SIA Prozess als auch eine Überlagerung mit einer agilen Prozessorganisation, zum Beispiel SCRUM, sein. Abschliessend werden Schweizer Normen und Definitionen erläutert.

Modul 8: Entwicklung Digitalisierungsstrategie
Zukunftsfähige Unternehmens- und Projektorganisationen
Ziel: Modul 8 liefert die Basis für die Entwicklung langfristig belastbarer Strategien zur Implementierung einer Digitalisierung in Projekt und Unternehmen. Die Teilnehmenden erhalten das Wissen, diese Strategien selbständig und kritisch zu bewerten.

Um eine digital gestützte Projektbearbeitung und Wertschöpfung im spezifischen Kontext anwenden zu können, wird eine Digitalisierungsstrategie als Grundlage für eine spätere Implementierung in Projekt und Unternehmung benötigt. Dies definiert die geplanten Verhaltensweisen zur Erreichung der Ziele. Anhand einer eigenen Aufgabenstellung wird der Ist-Zustand mit dem Soll-Zustand betreffend vorhandener Ressourcen, Stärken, Kompetenzen, technischen Anforderungen und Prozessen verglichen.

Modul 9: Implementierung einer Strategie
Ressourcen und Kompetenzen, Meilensteine und IDM
Ziel: Modul 9 beschreibt Meilensteine, Werkzeuge und die passenden Rahmenbedingungen einer Strategieumsetzung, damit die Teilnehmenden diese anhand der in Modul 8 formulierten Strategie implementieren können.

Die Implementierung einer Digitalisierungsstrategie in Projekt oder Unternehmung ist erfahrungsgemäss dann erfolgreich, wenn Projektziele, Akteure und Ressourcen richtig verstanden werden, damit frühzeitig die einfach zu erreichenden Mehrwerte entstehen. Erfolgreiche Beispiele werden ebenso studiert wie die Formulierung von Pilotprojekten, Softwareanpassungen, Investitionen und kritischen Pfaden. Die Rolle konkreter Werkzeuge wie beispielsweise IDMs (Information Delivery Manuals) wird erläutert.

Modul 10: Ausblick
Workshop und Schaufenster
Ziel: Modul 10 greift abschliessend tagesaktuelle Entwicklungen auf und positioniert diese betreffend ihrer Wichtigkeit, damit die Teilnehmenden eigenständig und situationsangemessen agieren können.

Die Geschwindigkeit mit der die Digitalisierung auf die eigene Haltung und Handlung Einfluss nimmt, macht es notwendig, das langfristig belastbare Wissen mit dem tagesaktuellen Geschehen abzugleichen. Konkret werden Instrumente und Ideen der Verbände SIA, CRB, KBOB, IPB und Bauen digital Schweiz diskutiert, sowie in einem Schaufenster die Möglichkeiten aktueller Software vermittelt.

Die Teilnehmenden präsentieren ihre eigene Thesis zur Digitalisierung und stellen diese dem Plenum zur Diskussion.

Kompaktkurs Software
Fakultative Einführung in Software, reduzierte Gebühr für Teilnehmende
SIA FORM bietet im Januar 2017 einen dreitätigen Kurs an, der in Softwarepakete des Modellierens, Analysierens und Managements in digital vernetzten Projekten einführt. Teilnehmende des CAS ETH ARC Digital erhalten eine Ermässigung.

Hinweis: In diesem Dokument verwendete Marken und Markenzeichen sind Markenzeichen ihrer jeweiligen Eigner.

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